100 Entscheidungen

Kurz nach dem Aufstehen gehts los mit den Entscheidungen. Nein, eigentlich schon vorher noch im Bett. Da kann ich mich entscheiden ob ich noch ein paar Minuten länger im Bett bleibe, obwohl der Wecker geklingelt hat. Was natürlich das gesamte Morgenritual erheblich beeinflußt.

Nächste Entscheidung: Was ziehe ich heute bloß an? Gedanken wie: ich finde mir gar nichts zum Anziehen sind da immer wieder mal zu beobachten – zumindest bei mir. Aber Hallo, der Kleiderkasten ist voll mit Gewand, da ist doch sicher etwas dabei. Nach zweimaligen An- und Ausziehen ist diese Hürde geschafft, ich hab mir doch was Schönes gefunden.

Die nächste Entscheidung steht an. Was frühstücke ich? Kakao oder Tee oder doch Getreide-Kaffee. Vielen wird diese Entscheidung abgenommen, weil nur Kaffee infrage kommt um halbwegs wach zu werden. Was ess ich jetzt dazu? Marmeladenbrot, Käsebrot, oder Beides. Auch der Bäcker ist nur wenige Schritte enfernt. Da gäbs auch noch Allerhand. Oder doch einen gesunden Getreidebrei, der von innen so schön wärmt. Einfach mal in mich reinhorchen, was mir guttut. Doch heute morgen kommt keine Antwort. Meine innere Stimme schläft noch. Sie ist ein Morgenmuffel. Ich hab mich für ein Käse- und Marmeladenbrot entschieden mit einem Kakao dazu.

Ich überlege mir, was ich denn heute kochen soll. Keine Ahnung. Mal sehn, ob mir während des Einkaufens etwas einfällt.

Ich fahre nach dem Frühstück zum Einkaufen. Auf zum nächsten Supermarkt. Nun die Frage: mit dem Rad, mit dem Auto, Bus oder Zug oder doch zu Fuß, alles wäre bei mir machbar. Ich entscheide mich fürs Auto, wegen der hervorragenden Sitzheizung. Die ist für mich wie eine Wärmebank in der Wellnessabteilung. Einfach himmlisch. Und ich sagte noch zum Verkäufer beim Autokauf, ich brauche so etwas gar nicht. Der Verkäufer antwortete nur, Sie werden das mit der Heizung (war im Paket enthalten) noch zu schätzen wissen. Wie Recht er hatte.

So, zurück zum Thema. Die Parkplatzentscheidung wär auch noch zu erwähnen. Nun kommt der schwierigste Teil, das Einkaufen selbst. Beim Brot fängt an, es gibt ja ziemlich viele Sorten industriell hergestelltes Brot. Meistens weiß ich nicht mehr genau, welches das letzte Mal gut war und welches mir oder einem anderen Familienmitglied nicht so geschmeckt hat. Dann lese ich mir wieder mal die aufgeklebten Etiketten durch und nehme Eins wo am wenigsten Zutaten draufstehen.

Obst und Gemüse en Masse egal zu welcher Jahreszeit. Die Entscheidung fällt mir da leichter. Ich nehme -natürlich mit Ausnahmen – regionale und saisonales Obst und Gemüse. Heute mache ich gleich mal eine Ausnahme und nehme mir eine gutaussehende Ananas mit nach Hause. Ein bisschen Südseefeeling muss sein.

Wenn ich vor der Wursttheke stehe kann ich mich oft nicht entscheiden was ich da nehmen soll. Ich finde den Geschmack so einheitlich. Vom Bauernmarkt schmeckt es einfach besser. Für meine Kinder darf es heute Extrawurst sein. Für mich nehme ich Käse. Bei den Milchprodukten kauf ich meist das Gleiche, da muss ich nicht so lange nachdenken. Beim Tiefkühlregal fällt die Entscheidung auch leichter, weil es wenig gibt, dass noch nicht weiterverarbeitet wurde.

Nachdem alles im Einkaufswagen ist, steht noch die Entscheidung an, an welche Kassa ich mich anstelle. Meist ist es doch die – so kommt es einem vor – wo nix weitergeht.

Ich weiß immer noch nicht was ich kochen soll. Zuhause angekommen, muss die nächste Entscheidung gefällt werden. Soll ich das Bad putzen oder Staub saugen, oder mich doch mit einem Buch auf das Sofa setzen. Ich entscheide mich fürs Lesen und lasse das schlechte Gewissen gehen. Ich lese gerade vier Bücher gleichzeitig, da muss auch noch eine Entscheidung her, welches es nun werden soll. Beim Lesen kreisen die Gedanken immer wieder ums Kochen. Um 15 min vor 12 hab ich mich endlich entschieden. Ich koche Spaghetti mit Tomatensauce.

Ein kleiner Auszug, wieviele Entscheidungen wir Tag täglich bewerkstelligen. Am Ende des Tages werden es weit über 100 Entscheidungen sein, die wir getroffen haben. Was für eine Leistung. Unser Gehirn leistet Großartiges.

P.S.: Damit das mit dem Kochen nicht jeden Tag kurzfristig entschieden werden muss, habe ich beschlossen einen praktischen Wochenplaner zu basteln. Einmal hingesetzt (ich mach das am Sonntag) und gut geplant erspart manchen Stress unter der Woche. Den Einkauf für die ganze Woche erledige ich am Montag. Dann ist schon mal dieses Thema abgehackt.

 

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