Positive Nachrichten – bitte mehr davon

Ein gelungenes Wochenende fängt bei mir mit gemütlichem Frühstück und viel Zeit fürs Zeitunglesen an. Was ich besonders toll finde an Wochendendausgaben von Zeitungen ist, dass Artikel dabei sind wo es mal nicht nur um Unfälle, Katastrophen und andere Horrormeldungen geht.

Es finden sich mitunter auch angenehmere Themen wie Reisen (oh, ich liebe diese Artikel), Kultur, Jobbörse und manchmal nette Geschichten aus dem Leben.

Ich habe den Eindruck, auch Nachrichten im Fernsehen sind Tag täglich voll mit negativen Meldungen, einzig Sport und Wetter sind da manchmal eine Ausnahme. Jeden Tag aufs Neue erfahren wir wo Politik nicht funktioniert, wo Kriege stattfinden, wie Trump die Welt irritiert, wo eine Mure tausende Meschen unter sich begräbt, wieviele Leute arbeitslos sind und wer wen mit Geld betrogen hat.

Muss das denn sein? Es gibt auf unserer Welt Vieles zu berichten, das schön ist, das funktioniert, das erreicht wurde, das gewürdigt gehört. Menschen vor dem Vorhang holen, die etwas für die Gesellschaft bewirkt haben zum Beispiel.

Ich wäre zumindest für einen Ausgleich von negativen und positiven Schlagzeilen. Den sonst entsteht der Eindruck einer Welt, in der wir niemandem trauen können, die unsicher ist. Etwas Gutes hat es jedoch. Am nächsten Tag gibt es Gesprächsthemen unter Kollegen und Freunde, über die man ausführlich diskutieren und jammern kann. Somit wirken diese Nachrichten eine Weile nach und es dauert nicht lange, da hat sich wieder eine neue Horrormeldung bereitgemacht über die wieder berichtet und weitererzählt wird.

Hast du das im Radio gehört, von diesem Mann der mit dem Motorrad tödlich verunglückt ist. Jetzt diskutieren sie wieder über den Brexit, hast du die Nachrichten gestern gesehen?

Ich habe für mich persönlich beschlossen, mir keine Nachrichten anzusehen und wochentags keine Zeitung zu lesen. Die meisten Dinge erfahr ich eh von Anderen und ich spar mir meine Freizeit für Dinge die ich wirklich gern mache. Spart ausserdem Nerven und Energie.

Interesse am Weltgeschehen und nationalen Vorgängen ist schön und gut, Nachrichtensender und Zeitungsautoren sollen aber auch die positiven Dinge nicht ausser Acht lassen. Ich bin davon überzeugt, dass es auch Seher und Leser gibt denen dies Freude bereiten würde.

Liebe Grüße

Eure Christine

medienfreier Tag für die ganze Familie

Wir haben Ihn eingeführt. Diesen Tag, mitten in der Woche – also bei uns Mittwoch- wo wir alle ( Eltern und zwei Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren) absolut abstinent sind was Handy, Tablett, Computer, Fernseher und Radio betrifft. Anrufe dürfen entgegengenommen werden. Meine Tochter sagt dem Anrufer immer, dass wir medienfreien Tag haben und dass sie eigentlich nicht telefonieren darf, somit ist der Anruf ziemlich schnell erledigt.

Mittlerweile halten wir das schon 5 Monate durch und haben bis jetzt noch keine Langzeitschäden davongetragen. Ganz im Gegenteil, es tut uns allen gut. Am Anfang waren die Kinder hochmotiviert und achteten bei uns Eltern penibel darauf, ob eh keine Verstöße gegen die Regel erfolgten. Momentan jammern sie jeden Mittwoch 10 Minuten weil sie nicht fernsehen  und computer spielen können, danach ist das Thema aber wieder abgehakt.

Mir kommen sie an diesem Tag viel freier und kreativer vor. Es ist mehr Zeit für gemeinsames Spielen und Freunde besuchen vorhanden. Sie haben nicht den Druck ganz schnell mit der Hausübung fertig werden zu müssen, weil sie das Computer spielen oder fernsehen schon im Kopf haben. Es läuft alles stressfreier ab an diesem Tag.

Auch für uns Eltern ist es ein spannendes Experiment, das wir sicher beibehalten werden. Plötzlich ist Zeit für Gespräche am Abend oder wir lesen gemeinsam auf der Couch oder spielen eine Partie Scrabble. So gesehen ist dieser Abend auch Beziehungspflege.

An allen anderen Tagen dürfen unsere Kinder 30 Minuten am Tag fernsehen oder am Tablett Filme anschauen und in der Woche 1 Stunde Computer spielen, diese Zeit teilen sie sich frei ein. Unsere 10jährige hat  heuer ein Handy bekommen, dass sie 30 min am Tag benutzen darf. Wir haben einen Handy Vertrag zwischen ihr und uns Eltern abgeschlossen indem steht, wann es nicht benutzt werden darf.

Für mich ist es ziemlich stressig, die konsumierte Zeit zu kontrollieren. Unsere Kinder behaupten ja, dass der Film in wenigen Minuten zu Ende ist, wenn die Zeit abgelaufen ist. Und wenn ich ihnen das durchgehen lasse, dann vergesse ich manchmal, dass ich wieder nachschauen gehe. Also ich sollte mir jemanden einstellen, der am Nachmittag das Überwachen könnte.

Nichtsdestotrotz bin ich ganz zufrieden mit unserer Lösung und die mittwöchige Jammerei kann ich gut wegstecken.

Liebe Grüße

Christine

 

Wie handhabt ihr das mit den Medien bei euch und euren Kindern?

 

 

Realitätscheck

Ich finde es immer wieder spannend und gleichzeitig bedrückend wie oft darüber gesprochen wird. Manche machen das sogar täglich – mehrmals täglich. In Gesprächen mit Arbeitskolleginnen, mit Freundinnen, mit dem Partner, mit Gwandverkäuferinnen und natürlich in Selbstgesprächen – die nicht immer bewusst ablaufen.

Wir haben uns daran gewöhnt so über uns zu reden. Es geht um das Nichtperfekte am eigenen Körper, über die scheinbaren Makel und Fehler die wir an unserem Körper entdecken.

„Mit dem Hintern komm ich nie in die  Hose!“, „Die Cellulite sieht ma schon von weitem, da kann i doch koan Bikini tragen.“, „Was denken da die anderen, wenn die meinen Schwabelbauch sehen.“, „Mit meinen durchscheinenden Krampfadern muss ich mich schämen.“

Und obwohl ich schlank war, hörte ich früher öfters mal: “ Du kannst dich ja hinter der Schneestange umziehen. Musst mehr essen, sonst verweht dich der Wind. Du Krisperl oder Strich in der Landschaft.“ Ja was für die anderen witzig war, wars für mich nicht. So habe ich gemeint ich bin nicht in Ordnung so wie ich bin. Ich habe meinen Körper nicht gemocht.

Das hat sich mittlerweile gebessert. Ich bin aber immer noch rückfällig was die Abwertung angeht.

Wir bekommen einfach tagtäglich vorgesetzt wie wir auszuschauen haben. Sei es im Fernsehen, Zeitschriften, Katalogen, Schaufensterpuppen oder Plakaten am Straßenrand. Wir verlieren den Fokus auf die Realität. Ich sage es mal so, wir werden manipuliert. Wer sich bewusst umschaut, wie die Leute auf der Straße, in der U Bahn oder im Fußballstadion aussehen ahnt, dass diese Menschen doch nicht dem Ideal entsprechen. Aber Hallo, nur das ist das Echte, die Realität, das was wirklich ist. Auch wenn einige es nicht wahrhaben wollen.

So jetzt der Punkt, was sollen wir machen, wie mit der Realität umgehen?

Ganz einfach ist es nicht, aber es klingt zumindest einfach. Wir müssen nichts machen. Wer mag kann sich mal selbst umarmen und sich sagen, dass sie/er gut ist, wie sie/er ist. Ja genau so. Mit Kugelbauch, mit kleinem Busen, mit großem Busen, mit Cellulite, mit Krampfadern und allem was dazugehört. Wer mag kann auch Sport machen, der Hintergedanke dabei ist manchmal, wenn ich sportlich bin =  bin ich schlanker = bewundern mich andere, schauen mich andere nicht mehr so blöd an, mögen mich mehr Leute oder werde ich von jemanden akzeptiert ( Partner, Arbeitskollegen, Freunde,…). Das sollte man sich vielleicht hinterfragen. Ob man es für sich macht oder für andere. Ich mach grad keinen Sport regelmäßig. Ein kleines bißchen unregelmäßig Yoga und Kochtöpfe heben.

So jetzt bin ich aber auch schon wieder fertig mit meinen Ergüssen. Viel Spass beim Leutebeobachten und beim Realitätscheck.

 

 

 

 

 

 

DANKE

Meinen Blog gibt es bereits seit mehr als einem Jahr. Wow wie die Zeit vergeht. Als ich vor einem Jahr begann wusste ich nicht was mich so erwartet. Ob Irgendjemanden meine Beiträge interessieren, ob ich Feedback bekomme, ob mir immer wieder was einfällt, worüber ich schreiben möchte, ob ich nach ein paar Monaten noch Lust dazu habe usw.

Aber obwohl ich all diese Bedenken hatte, hab ich einfach drauflosgewerkelt. Und was soll ich sagen, ich habe mehr bekommen als ich je erwartet hatte. Letzten März war ich in einer Zeitschrift vertreten mit einem Rezept. Leser meines Blogs gibt es tag täglich und Feedback hab ich auch schon Einiges bekommen. Das fiel vor allem positiv aus. Das ist für mich Motivation pur.

Ich möchte mich bei euch allen bedanken, die meine Zeilen lesen, die vielleicht das ein oder andere Rezept ausprobiert haben, die umweltschonenden Putzmittel versuchen und mir Feedbacks hinterlassen. Wenn auch nur Eine oder Einer über das was ich schreibe nachdenkt oder ich Diejenige oder Denjenigen inspirieren konnte, habe ich mein Ziel erreicht.

Ich habe noch Einiges vor in diesem Jahr. Ich plane Schwerpunktthemen, über die ich schreiben möchte, eventuell Gastbeiträge und mal sehn was ich noch für Ideen habe. Ihr dürft gespannt sein. Ich bin es jedenfalls.

 

An diesen kalten Februartagen, ein paar farbenfrohe Bilder zum Abschluss. Diese entstanden im Garten meiner Mutter. Da kommt Freude auf den Frühling auf. <Jetzt aber heißt es den Winter noch in vollen Zügen zu genießen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Neujahrsvorsätze

Wer hat sie wieder gemacht? Wer hat es sein lassen? Wer hält noch durch? Sind ja schon einige Tage seit Silvester.

Ich gehör zu denen die es sein lassen haben. Zumindest hab ich nicht die gemacht, die so üblich sind. Wie mehr Bewegung und Sport, mehr raus in die Natur, weniger Stress, weniger Arbeiten, weniger Essen, weniger Alkohol, weniger Süsses, weniger Chips,……………….

Aus vergangenen Jahren weiss ich, mein innerer Schweinehund hat gesiegt und somit war die Sache wieder erledigt. Es ist ja so anstrengend, Sport zu betreiben, da ist doch das gemütliche Knozen auf der Couch viel bequemer und unaufwendiger. Beim Essen oder Trinken will man ja nicht unhöflich sein, wenn wieder etwas angeboten wird, daß auch noch so verführerisch riecht und schmeckt. Bei den Süssigkeiten und bei der Schokolade gibt es so ein Belohnungszentrum im Gehirn, dem man ganz schlecht etwas verweigern kann. Dann wird’s nämlich ungemütlich.

Und so geben wir uns meistens der Hilflosigkeit hin, die eben diese Dinge in uns auslösen. Wenn wir es nicht schaffen die Vorsätze umzusetzen, kann es sein, dass wir frustriert sind und uns schlecht fühlen. Zwischen IST und SOLL Zustand ist manchmal zu viel Distanz. Da ist es leichter sich etwas vorzugaukeln, was vielleicht doch nicht so ist, damit man da nicht so genau drauf schauen muss. Das ist ja das, was unangenehm sein kann. Oder dass man sich eingestehen muss, dass man eine Sache nicht so gut hinbekommt oder kann wie vielleicht der beste Freund oder Nachbar.

Ich kann euch berichten, wie ich es heuer mache. Als erstes schmeiße ich ganz viele Verbote über Bord. Ich möchte mir heuer total viel erlauben. Ich erlaube mir, daß ich ganz oft so richtig faul sein darf und Stunden am Abend auf der Couch verbringen darf. Oh, das entspannt jetzt schon richtig. Ich erlaube mir, einfach mal ne Stunde zu lesen neben den Kindern ohne dass ich aufstehe, wenn sie etwas von mir wollen. Ich erlaube mir, dass es mal so richtig unordentlich und staubig sein kann im Haus, ohne dass ich gleich den Putzfimmel und somit auch schlechtes Gewissen bekomme. Ich erlaube mir, daß ich mal richtig kindisch und doof sein darf. Ich erlaube mir, mal etwas total Ungesundes zu essen (ich denke gerade an Chips und Cheeseburger von Mc. Donalds) und ein paar Gläser Wein zu trinken. Und ich erlaube mir es zu genießen.

Wow. Es tut so gut, sag ich euch. Es befreit unheimlich. Dieses enge Korsett zu sprengen und diese vielen Verbote und Ratschläge hinter sich zu lassen. Denn wenn der Druck weg ist, kann man erst wahrnehmen was einem wirklich gut tut und was man grad braucht. Und das Umsetzten geht dann richtig leicht.

 

P.S.: Gewicht verlieren hat meiner Meinung nach nicht immer nur was mit zu viel essen oder zu wenig Bewegung zu tun. Es ist auch ein seelischer Anteil dabei, der etwas nicht loslassen kann. Für mich gehört Körper und Seele zusammen, ich betrachte es als eine Einheit.

 

dünne Haut – Worte aus meinem Leben

Hochsensibel, ein Wort, aber es bedeutet so viel mehr. Etwa 10 % der Bevölkerung betrifft es und die Veranlagung dazu wird vererbt. Es gibt noch wenig Informationen darüber, kaum jemand weiss davon.

Ich bin hochsensibel, meine älteste Tochter ist es auch. Ich habe bis vor ein paar Jahren nicht gewusst, dass es diesen Begriff gibt. Ich habe mir Bücher gekauft über dieses Thema, habe unzählige Beiträge im Internet durchgelesen. Der Grund, warum ich auf die Suche gegangen bin war der, dass ich mit meinem Latein am Ende war. Bei der Erziehung meiner Tochter, bei mir Selbst.

Ich hatte schon als Kind das Gefühl irgendwie anders zu sein, als die Meisten. So als ob ich nicht richtig wäre. Ich hatte schon immer sehr viel wahrgenommen, was die Stimmung anderer betraf. Ich war immer sehr mitleidend, wie wenn ich selbst daran litt. Ich spürte schon als Kind was mein Gegenüber fühlte. Das war ganz normal für mich und ich glaubte, dass alle Anderen das Gleiche empfanden. Dass das nicht so war, wusste ich nicht. Harmonie in alles Lebenslagen war mir immer ganz wichtig, wenn ich zwischenmenschliche Spannungen spürte, tat ich viel dafür, wieder Harmonie herzustellen und nahm Verantwortung und die Lasten meiner Mitmenschen auf mich. Damit es ihnen wieder gutging. Es sollte niemanden schlecht gehen. Das konnte ich nicht ertragen. Auf mich vergass ich.

Ich verbog mich für Andere, nur um dazuzugehören. Ich wollte um jeden Preis so sein wie sie. Aber es brachte nichts. Ich war lange Außenseiterin in meiner Schulzeit. Auch beim Arbeiten wollte ich, dass mich alle mögen, dass ich beliebt war. Da gelang es mir auch ganz gut, was mein Selbstwertgefühl enorm steigerte. Als ich dann bei meinen Kindern zuhause war fiel diese Säule weg und ich fühlte mich leer und nicht mehr nützlich. Sie konnten mir natürlich nicht geben, was ich von außen brauchte. Anerkennung und Geborgenheit. Das sollte ich ja ihnen geben.

Ich wollte Harmonie in unser Familienleben bringen. Es kostete mich superviel Energie und irgendwann merkte ich, dass es so nicht weiterging. Ich machte mich auf die Suche nach Antworten, warum ich mir so viel zu Herzen nahm, mich nicht abgrenzen konnte und in einem Gefühlswirrwarr lebte. So kam ich zu verschiedenen Therapeuten, Ärzten und alternativen Behandlungsmethoden. Da erlebte ich viele Sachen, Aussagen wie: „sie sind halt überempfindlich“ oder „da könnten sie mal das Medikament ausprobieren“.

Nach längerer Suche kam ich schließlich zu jener Person, die mich so nahm wie ich war. Die Erste wo ich mich wirklich ernstgenommen fühlte. Sie ist selbst hochsensibel und hat auch lernen müssen damit umzugehen. Sie begleitet mich jetzt schon ein Weilchen. Ich habe wieder das Gefühl bekommen, nicht schutzlos ausgeliefert zu sein und auch nicht bei jedem beliebt sein zu müssen. Und vor allem mich selbst so anzunehmen wie ich bin.

Es ist dennoch super schwierig damit umzugehen. Ich merke, dass ich schneller ermüde, nach einem ausgedehnten Einkaufsbummel unter vielen Leuten. Dass ich manchmal Stimmungen aufschnappe, die gar nichts mit mir zu tun haben. Ich merke, dass mir laute Geräusche richtig wehtun. Die positiven Seiten wiegen jedoch viel auf, ich empfinde Freude und Wohlbefinden sehr stark. Und ich bin mitfühlend, was den Umgang mit anderen Leuten leichter macht.

Ich weiss jetzt, ich bin normal und ich kann mit meiner Veranlagung umgehen lernen. Wenn diese richtig eingesetzt wird, wird eine Gabe daraus. Diese Gabe möchte ich beruflich nutzen, das ist mein nächstes Ziel.

Wenn jemand mehr Informationen zu diesem Thema haben möchte, der kann mich gerne kontaktieren. Auch dieses Buch kann ich nur weiterempfehlen.

 

 

 

 

 

 

forever learning

Habe grad meine Kopfhörer auf und singe lautstark mit bei „Eye of the Tiger“. Das ist Lebenslust pur. I love it. Gleich werd ich los tanzen. Musik hat für mich eine Wirkung, wie bei vielen der Alkohol. Mit dem Vorteil, dass ich nachher noch Autofahren kann bzw. sogar während dessen Musik konsumieren kann.

Es gibt etwas Neues: Ich habe wieder mit dem Lernen begonnen. Nach 20 Jahren erfolgreicher Englischabstinenz hab ich mich dazu entschlossen die Studienberechtigungsprüfung in Englisch zu machen. Da mein Mann sehr gut Englisch spricht, war es für mich immer klar, dass er das in den Urlauben übernimmt. Somit hatte ich ziemliche Berührungsängste dieser Fremdsprache gegenüber. Zumal ich schlechte Erfahrungen während der Schulzeit gesammelt hatte. Na ja, wie dem auch sei. Now I ´m learning it.

Und ja, es taugt mir. Ich glaub, mein Gehirn war unterfordert. Haushaltstätigkeiten sind zwar notwenig, aber recht viel denken muss man dabei ja nicht. Es tut total gut, wieder Input zu bekommen. Ich freu mich richtig, wenn ich mich am Vormittag zu den Büchern setz und Vokabeln und Grammik büffle. Vielleicht nimmt die Motivation ja mal ab, aber daran denke ich jetzt noch nicht. Im Juni ist die Prüfung, bis dahin sans noch a paar Monate. But: Yes, I can.

Wir Menschen sind gemacht fürs ewige Lernen. Immer wieder was Neues ausprobieren. Da wird das Leben spannend. Ein Aussteigen aus dem Hamsterrad, aus dem Alltag. Das kann klein anfangen. Ich habe mich auf ein Projekt eingelassen, wo ich auch eine Menge gelernt habe. Ich brauchte Durchhaltevermögen, viel Vertrauen in mich, eine Häkelnadel und Wolle – viel Wolle. Ich habe meiner Tochter eine Meerjungfraudecke gehäkelt. Ich, die handarbeiten hasste. Ja ich habs getan. Hab auch von Februar bis November dran gearbeitet.

 

In Zukunft werde ich noch einiges Lernen. Das nehm ich mir fest vor. Denn es tut so gut, etwas Neues zu können und sich weiterzubilden und sich weiter zu entwickeln. Das kann beruflich oder persönlich sein. Das Leben ist Bewegung und Veränderung. Wenn wir das ebenfalls sind, dann fließt es – das LEBEN. That´s live.

Habt ihr auch Lust etwas zu Lernen?

 

 

 

 

Eigenlob tut gut

Komme gerade von meiner Osteopathiebehandlung. Der Therapeut schickt mich nach Hause mit einer Aufgabe, die für mich sehr ungewöhnlich klingt. Ich solle meine Zuverlässigkeit als Geschenk und Gabe sehen. Als eine Eigenschaft, die nicht jeder hat. Wenn ich mir bewusst werde, was ich Tag für Tag schaffe, organisiere und auf die Reihe kriege, dann werde ich mein Urvertrauen in mich und ins Leben wieder mehr spüren.

Über seine Worte muss ich nachdenken, was das heißt für mich. Ist es nicht selbstverständlich, daß man diese oder jene Eigenschaft hat? Für mich sind meine positiven Dinge, die ich gut kann und die mir in die Wiege gelegt wurden, nicht wirklich etwas besonders. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto weniger überzeugt mich meine These jetzt.

Ja, mein Therapeut hat recht, es ist nicht selbstverständlich.

Ich kann auch noch gut zuhören und kochen, gut für Ordnung sorgen und wenns drauf ankommt pünktlich sein. Das und noch viele weitere Dinge kann ich gut. Mein Partner, meine Kinder, Freunde,….können auch etwas besonders gut, haben diese oder jene Eigenschaft, die sie auch als einzigartigen Menschen ausmachen.

Die Schwierigkeit dabei ist, wenn ich meine Eigenschaften als selbstverständlich ansehe, erwarte ich das auch von Anderen. Genauso sollen sie sein, ich kann und mach das ja auch so. Aber da nun mal jeder von uns anderes ist, funktioniert das nicht so. Es stellt sich Unzufriedenheit ein, weil der Andere doch nicht so ist, wie ich mir das wünsche.

Wahrscheinlich kennt das der Ein oder Andere auch. Vor allem Frauen – natürlich gibt es auch Männer – die sagen: das ist ja selbstverständlich, das kann ja jeder, das ist nichts besonderes, das mach ich jeden Tag, das wird erwartet, das hab ich einfach so gemacht.

Das Herunterspielen der eigenen Fähigkeiten und Ressourcen, führt dazu, sich klein zu reden und sich eher abhängig und hilflos zu fühlen. Da ist es doch viel schöner, zu den eigenen positiven Eigenschaften zu stehen und sie auch zu würdigen. Sie als Gabe und Geschenk anzusehen. So fühlt es sich gleich kraftvoller und größer an. Und ja wir dürfen das!

Viele erwarten auch das jemand Anderer die Dinge sieht, die wir Tag für Tag vollbringen, uns dafür lobt, die Arbeiten würdigt. Wenn das nicht passiert, kommt Frust und Unzufriedenheit auf. Ich glaube, wir brauchen beides. Anerkennung von Außen und Selbstlob, damit wir unsere Fähigkeiten spüren, die wir geschenkt bekommen oder uns erarbeitet haben.

Ich habe beschlossen, wachsamer und liebevoller mit mir selbst umzugehen. Auch mal Innehalten und mein Werk betrachten und mir zu sagen: das hast du echt gut gemacht.