Ostern ohne

Hallo liebe Leser,

Ich bin in einer eigenartigen noch nie dagewesenen Situation. Ich genieße es und hab dabei vielleicht ein kleines Bisschen ein schlechtes Gewissen – keinen Stress zu haben bei der Frage, ob wir jemand einladen sollten oder bei wem die Osterfeierlichkeiten stattfinden könnten. Auch die Frage wessen Verwandtschaft – ob die von mir oder von meinem Mann – kommen soll, erübrigt sich.

Auch die Fragen ums Essen ( Kuchen, Jause, Zwischenjause, Getränke ) sind nicht mehr nötig. Gekocht wird an diesen Tagen was gefällt, keine Rücksichtnahme auf Vegetarier, Veganer und sonstigen Personen, die dieses oder jenes nicht mögen.

Ich empfinde es als ein Stückchen Freiheit, nicht an den sonst verpflichtenden Familienfeierlichkeiten teilnehmen zu können. Das hört sich jetzt etwas egoistisch, fast abwendend an, ist aber für mich eine wichtige Erkenntnis im Selbstkennenlernen. Besonders deshalb, weil Erwartungshaltungen anderer Druck erzeugt, dies auch zu erfüllen.

Super Selbsterkenntnis. Kann man (ich) mal drüber nachdenken, wie man (ich) das in Zukunft machen will mit der Selbstbestimmung und Erwartungshaltung von anderen (Verwandtschaft, Freunde). Da gibts also noch jede Menge zu tun….

Abgesehen von Ostern finde ich das generelle NichtzumnächstenTermingehetze äußerst entschleunigend. Die Ballettstunde, Reitstunde, das samstägliche Hosenkaufen ( weil innerhalb 3 Wochen schon wieder was zu klein geworden ist bei meiner 11jährigen) etc. fällt ganz einfach weg. Da ist plötzlich mehr Zeit für Spiele (DKT für meine 10jährige), mehr Zeit zum Fernsehen, mehr Zeit für Gespräche ( ist nicht jederfraus/jedermanns Sache und funktioniert sicher bei Problembeziehungen nicht 100%ig, ich hab das aber sehr gerne) mehr Zeit zum gemeinsamen Kochen und Backen, mehr Zeit zum gemeinsamen Buchvorlesen (meine lieben es auch in diesem Alter und das gelesene Buch wird dann auch auf die Leseliste der Kinder geschrieben), zum spazieren gehen und Rad fahren. Wir machen natürlich keine gefährlichen Sportarten……außer Trampolinspringen und „Umteufeln“ mit den Kindern.

Ich wohne ja am wunderschönen Attersee und da ist es nun so, dass sehr wenig Leute anzutreffen sind. Ein unglaublicher Genuss für uns Einheimische. Einzig das dazugehörige Eis fehlt mir.

Ein weiterer Vorteil ist ganz klar in der momentanen Situation einen Garten sein Eigen nennen zu dürfen. Eine Erweiterung des Wohnraums bei diesem prachtvollen Wetter. Die Tiere die darin herumstreunen nicht zu vergessen. Wir besitzen 2 Katzen und momentan ein Huhn, das ein Kuschel und Streichelhuhn geworden ist. Für diejenigen die jetzt aufschreien, das Hühner nicht alleine gehalten werden sollten ein Nachtrag zur Beruhigung. Unsere zweite Hennne ist vor 3 Wochen verstorben und wir werden auch wieder eine Neue dazubekommen.

Leid tun mir diejenigen, die im Moment nicht so viel Freiraum haben wie ich. Ich wünsche Ihnen viel Kreativität und Durchhaltevermögen um diese herausfordernde Zeit gut durchzustehen. Auch den einsamen Menschen wünsche ich Verbundenheit zu sich selbst und viele nette Telefonate mit ihnen wichtigen Personen.

Ich habe auch das Gefühl ein wenig Pause tut vielen gut ……..

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.