Realitätscheck

Ich finde es immer wieder spannend und gleichzeitig bedrückend wie oft darüber gesprochen wird. Manche machen das sogar täglich – mehrmals täglich. In Gesprächen mit Arbeitskolleginnen, mit Freundinnen, mit dem Partner, mit Gwandverkäuferinnen und natürlich in Selbstgesprächen – die nicht immer bewusst ablaufen.

Wir haben uns daran gewöhnt so über uns zu reden. Es geht um das Nichtperfekte am eigenen Körper, über die scheinbaren Makel und Fehler die wir an unserem Körper entdecken.

„Mit dem Hintern komm ich nie in die  Hose!“, „Die Cellulite sieht ma schon von weitem, da kann i doch koan Bikini tragen.“, „Was denken da die anderen, wenn die meinen Schwabelbauch sehen.“, „Mit meinen durchscheinenden Krampfadern muss ich mich schämen.“

Und obwohl ich schlank war, hörte ich früher öfters mal: “ Du kannst dich ja hinter der Schneestange umziehen. Musst mehr essen, sonst verweht dich der Wind. Du Krisperl oder Strich in der Landschaft.“ Ja was für die anderen witzig war, wars für mich nicht. So habe ich gemeint ich bin nicht in Ordnung so wie ich bin. Ich habe meinen Körper nicht gemocht.

Das hat sich mittlerweile gebessert. Ich bin aber immer noch rückfällig was die Abwertung angeht.

Wir bekommen einfach tagtäglich vorgesetzt wie wir auszuschauen haben. Sei es im Fernsehen, Zeitschriften, Katalogen, Schaufensterpuppen oder Plakaten am Straßenrand. Wir verlieren den Fokus auf die Realität. Ich sage es mal so, wir werden manipuliert. Wer sich bewusst umschaut, wie die Leute auf der Straße, in der U Bahn oder im Fußballstadion aussehen ahnt, dass diese Menschen doch nicht dem Ideal entsprechen. Aber Hallo, nur das ist das Echte, die Realität, das was wirklich ist. Auch wenn einige es nicht wahrhaben wollen.

So jetzt der Punkt, was sollen wir machen, wie mit der Realität umgehen?

Ganz einfach ist es nicht, aber es klingt zumindest einfach. Wir müssen nichts machen. Wer mag kann sich mal selbst umarmen und sich sagen, dass sie/er gut ist, wie sie/er ist. Ja genau so. Mit Kugelbauch, mit kleinem Busen, mit großem Busen, mit Cellulite, mit Krampfadern und allem was dazugehört. Wer mag kann auch Sport machen, der Hintergedanke dabei ist manchmal, wenn ich sportlich bin =  bin ich schlanker = bewundern mich andere, schauen mich andere nicht mehr so blöd an, mögen mich mehr Leute oder werde ich von jemanden akzeptiert ( Partner, Arbeitskollegen, Freunde,…). Das sollte man sich vielleicht hinterfragen. Ob man es für sich macht oder für andere. Ich mach grad keinen Sport regelmäßig. Ein kleines bißchen unregelmäßig Yoga und Kochtöpfe heben.

So jetzt bin ich aber auch schon wieder fertig mit meinen Ergüssen. Viel Spass beim Leutebeobachten und beim Realitätscheck.

 

 

 

 

 

 

Ein Gedanke zu „Realitätscheck

  1. Liebe Christine,

    das ist wahr und bei mir war das auch lange Zeit extrem ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter bin ich mir gegenüber etwas nachsichtiger geworden. Das hat nichts damit zu tun, dass ich mich gehenlasse. Aber der „Wohlfühlfaktor“ ist sehr wesentlich für mich geworden. Meistens ist er ein sehr guter Indikator ob etwas gut für einen ist. Das gilt mit Maß und Ziel für Speisen, Getränke, Sportarten, Hobbys, ja sogar Menschen und religiöse Handlungen.

    In diesem Sinne danke für deinen Blog
    Liebe Grüße
    Gaby

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.