Sich selbst auszuhalten, eine Herausforderung

10 min bewusste Zeit mit mir, dass ist das Experiment, worauf ich mich grad einlasse, bzw. probiere mich einzulassen. Nachdem diese echte Meditation bei mir nicht geklappt hat, also so mit Schneidersitz, aufrecht sitzen, bewusst Ein- und Ausatmen, im Hier und Jetzt bleiben,usw….. hab ich beschlossen etwas anderes zu machen. Nachdem ich mich aber vorher noch fertiggemacht habe, dass ich das nicht hinbekommen habe. Auch nicht nach drei Wochen. Zumindest war ich nicht zu frustriert, um noch was Anderes auszuprobieren. Und zwar ist mir diese Methode noch untergekommen. Aus dem Buch, das ich zum Thema Vertrauen grad lese:

Ich setz mich in einen bequemen Sessel oder Couch oder ins Bett oder irgendwo draussen hin und mach gar nix. Es sollte, wenn möglich ruhig sein. Ich achte nicht auf meinen Atem, ich brauch keinen Schneidersitz und auch meine Gedanken nicht ständig zurückholen, wenn sie irgendwo unterwegs sind. Ich lass sie einfach da sein, wie sie sind. Mir wird bewusst, was ich da überhaupt denke, über was ich mich ärgere oder einfach auch nur, daß ich wütend bin, unruhig oder gelangweilt. Das darf mal alles so sein wie es ist. Am Anfang hab ich mich so oft innerlich gewehrt gegen diese Gedanken. „Nein, die sollen jetzt aber nicht da sein. Die kann ich nicht brauchen, ich will ja schließlich zu mir selbst finden und mich beobachten, aber dieses Gedankengewirr und schon gar nicht die Wut oft gegenüber mir selbst, will ich auf keinen Fall spüren. Das ist völlig sinnlos bei dieser Übung, ich will positiv denken, alles positiv sehen, es ganz schön haben, während meiner täglichen 10minütigen Übung,“ so dachte ich.

Aber daraus ist nichts geworden. Ich habe nach ein paar Tagen gemerkt, dass alles auflehnen nix bewirkt, bzw. alles noch verstärkt kommt. Ich wollte schon fast das Handtuch werfen ( anderer Ausdruck für die Sache abbrechen). Aber zwei Tage wollte ich mir das ganze noch anschaun. Also machte ich weiter und bemerkte etwas Erstaunliches. Als ich wieder mal so dasaß im Bett und mich selbst aushielt für 10 min, kam auch wieder die liebe Wut hoch. Auf mich selbst. Da waren noch Dinge unerledigt, die längst gemacht werden sollten. Ich habe es immer noch nicht geschafft, das zu erledigen,…..Also da kamen nicht recht freundliche Sachen. Einerseits erstaunlich und schockierend zugleich, was ich da über mich denke.

Ja und ich hielt diese Gefühle aus und reagierte nicht sonderlich drauf. Keine Abwehr und kein Auflehnen dagegen. Ich ließ sie gewähren. Was dann erstaunlich einfach ging. Diese Wut gegen mich selbst hielt nicht lange an, vielleicht ein paar Minuten, dann war dieses Gefühl weg. Dann kam schon das nächste Unangenehme angerollt. Da manchmal Ängste in meinem Leben eine große Rolle spielten und auch heute noch gegenwärtig sind, haben sich meine Gedanken darauf eingeschossen. Warum schaff ich das nicht, mich da unter Kontrolle zu haben? Ich muss einfach noch mehr machen, noch mehr disziplinieren, noch mehr an mir arbeiten. Den Druck, den ich mir hierfür machte, spürte ich deutlich. Auch das ließ ich zu und durfte vorüberziehen. Danach war es leichter und es kam die restlichen Minuten nichts mehr nach. 10 min können ganz schön lang sein.

Ich mache diese Übung fast täglich seit zwei Wochen. Es kommen immer wieder sehr unangenehme Gefühle daher, aber sie werden weniger. Es lohnt sich, sie auszuprobieren. Das Vertrauen in mich selbst ist dadurch sicher schon ein wenig gewachsen. Juhu, ich halte es mit mir selbst aus, (ohne Ablenkung von Radio, Buch, Fernsehen, Internet, Telefon- naja das Telefon geht leicht bei mir, ich besitze kein Smartphone) wenns auch nur ein paar Minuten pro Tag sind. Und ich freu mich drauf, was mich erwartet, wenn ich selbst mein Fels in der Brandung bin.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.